In den ersten beiden Februarwochen hatte der Jahrgang 2023 des Masters Wirtschaftsingenieurwesen die einmalige Gelegenheit, im Rahmen eines Short Term Study Trips nach Uganda zu reisen. Das abwechslungsreiche Programm bot eine gelungene Mischung aus kulturellen Einblicken, fachlichem Austausch und unvergesslichen Naturerlebnissen. Vom ersten Kennenlernen des Landes und seiner Menschen – durch Sightseeing, den Besuch eines Gottesdienstes und Gespräche mit Einheimischen – über Unternehmensbesuche und einen interkulturellen Think Tank mit Studierenden der Makerere Universität bis hin zu Bootstouren auf dem Nil und einer abschließenden Safari – es war eine Reise voller Eindrücke, Erlebnisse und Perspektivenwechsel.
Unsere Reise führte uns zunächst in die pulsierende Hauptstadt Kampala, wo wir die ersten fünf Tage verbrachten. Gleich zu Beginn erkundeten wir die chaotisch-lebendige Stadt mit einer Sightseeing-Bustour. Ein einzigartiges Erlebnis war der Besuch der Watoto Church, wo wir hautnah die Energie und Spiritualität der Gemeinde erleben konnten. Anschließend besichtigten wir eine große Moschee und genossen die beeindruckende Aussicht auf Kampala vom Minarett aus – ein Moment der Ruhe über dem Trubel der Stadt.
Am nächsten Tag ging es direkt mit einem vollen Programm weiter. Wir besuchten das Watoto Suubi Children’s Village, in der verwaiste oder vernachlässigte Kinder in kleinen Wohngruppen mit jeweils einer „Mutter“ aufwachsen dürfen – mit Zugang zu Schulbildung und einem familiären Umfeld. Zum Mittagessen waren wir in kleinen Gruppen zu Gast bei diesen Familien, wo wir mit viel Herzlichkeit empfangen und mit köstlichen, selbstgekochten, typisch ugandischen Gerichten verwöhnt wurden. Der Tag endete mit einer spannenden Führung durch das innovative Agribusiness „Urban Greens“.
Besonders prägend waren die folgenden drei Tage beim interkulturellen Think Tank „Building Bridges“ im Innovation & Incubation Centre der Makerere Universität. In gemischten Teams mit ugandischen Studierenden entwickelten wir Business-Ideen zu aktuellen Herausforderungen, die wir am letzten Tag im Rahmen eines Business Pitches präsentierten. Neben der intensiven Gruppenarbeit erwarteten uns eine Campustour, inspirierende Vorträge – unter anderem vom deutschen Botschafter und Vertreter des ugandischen Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Innovation – sowie spannende Einblicke in unternehmerisches Denken vor Ort.
Der Austausch während des Think Tanks war nicht nur fachlich bereichernd, sondern auch persönlich sehr bewegend. Die unterschiedlichen Perspektiven in unseren Teams führten zu tiefgehenden Diskussionen – wir mussten erkennen, wie stark unsere Sicht auf Probleme von unserem westlichen Lebensstil geprägt ist. Gleichzeitig eröffneten uns die Herangehensweisen unserer ugandischen Kollegen neue Denkweisen, die uns nachhaltig zum Reflektieren anregten. Den krönenden Abschluss bildete ein Gala Dinner in unserem Hotel mit allen Teilnehmenden und Coaches des Think Tanks– ein ausgelassener Abend mit Karaoke, Schachturnier und großartiger Stimmung.
Im Anschluss ging es weiter nach Jinja, eine entspannte Kleinstadt am Ufer des Viktoriasees. Unsere idyllische Unterkunft direkt am Nil – mit morgendlichem Affengeschrei inklusive – bot die perfekte Kulisse, um zu entschleunigen und die intensiven Tage in Kampala wirken zu lassen. In Jinja besuchten wir unter anderem „Kiira Motors“, den staatlichen Hersteller für Elektrofahrzeuge, trafen lokale Unternehmer und fungierten bei einem Round Table als externe Consultants, um gemeinsam Herausforderungen zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Ein besonderes Erlebnis war die Bootstour bei Sonnenuntergang auf dem Victoria Lake, auf der wir mit einem Nile Beer in der Hand die Quelle des weißen Nils bestaunen konnten.
Anschließend an die Study Tour bildete eine dreitägige Safari im Murchison Falls Nationalpark den krönenden Abschluss unserer Reise – ein Naturerlebnis, das uns tief beeindruckt hat. Ob im Jeep durch die weite Savanne oder auf dem Boot entlang des Nils – wir konnten Elefanten, Giraffen, Büffel, Nashörner, Nilpferde, Krokodile, Antilopen, Affen und sogar Löwen in freier Wildbahn beobachten. Diese unmittelbaren Begegnungen mit der Tierwelt und der afrikanischen Landschaft werden uns definitiv noch lange in Erinnerung bleiben.
Der Study Trip war eine Erfahrung, die uns auf vielen Ebenen bewegt hat - vor allem aber war er augenöffnend. Wir haben Menschen getroffen, die mit so viel weniger materiellen Dingen auskommen als wir, und doch eine Lebensfreude und Dankbarkeit ausstrahlen, die in unserer westlichen Leistungsgesellschaft oft fehlt. Während wir uns ständig nach mehr, höher und größer sehnen, leben sie im Hier und Jetzt, schätzen, was sie haben, und strahlen eine innere Zufriedenheit aus, die einen nachdenklich gemacht hat. Wie oft denken wir: „Wenn ich dieses Ziel erreiche, dann bin ich endlich glücklich“ – nur um dann festzustellen, dass wir uns kaum besser fühlen und schon nach der nächsten Stufe streben? Anstatt das Erreichte zu genießen, vergleichen wir uns mit denen, die noch mehr haben, und lassen unser Wohlbefinden davon beeinflussen.
Uganda hat uns gezeigt, dass wahres Glück nicht im Streben nach immer mehr liegt, sondern in der Fähigkeit, das zu schätzen, was man hat. Eine Lektion, die wir in unseren Alltag mitnehmen sollten.
Für diese großartigen Erfahrungen sind wir sehr dankbar und möchten an dieser Stelle unsere Organisatoren und Coaches erwähnen, die diesen Trip möglich und so einzigartig gemacht haben: Calvin, Matthijs, Gerhard, Tobi, Lester, Allan und Sunet – vielen Dank euch!
Gruppenarbeiten an der Makerere-Universität, Kampala, Uganda ©Neubrand
„Building Bridges“ in Afrika ©Neubrand
Über den Wolken – Anreise nach Uganda ©Neubrand
Hauptstadt Ugandas, Kampala ©Neubrand
Präsentation der Pitches ©Neubrand
Busrundfahrt ©Neubrand
Unterwegs in Afrika ©Neubrand
Bootstour auf dem Nil ©Neubrand
Uganda-Grasantilopen bei der Safari Tour ©Neubrand
Die Studierenden auf Safari ©Neubrand
Eindrücke der Safari ©Neubrand
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